AM WALMENDINGERHORN IM KLEINWALSERTAL ENTSTEHT UNTER ANSPRUCHSVOLLEN ALPINEN RAHMENBEDINGUNGEN EINE NEUE PENDELBAHN. DIE NEUE BAHN ÜBERWINDET AUF EINER SCHRÄGEN STRECKENLÄNGE VON RUND 1.940 METERN EINEN HÖHENUNTERSCHIED VON ETWA 739 METER UND SCHAFFT EINE ZUKUNFTSFÄHIGE VERBINDUNG ZWISCHEN MITTELBERG UND DEM WALMEDINGERHORN.
Dabei stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Moderne Seilbahntechnik soll auf der bestehenden Trasse umgesetzt und größtenteils direkt in die vorhandene Bausubstanz integriert werden. Als Generalunternehmer verantwortet die HTB-Baugesellschaft m.b.H. die Einreich- und Ausführungsplanung sowie die bauliche Umsetzung aller Hoch- und tiefbauarbeiten. Als Seilbahnhersteller fungiert die Garaventa AG.
Höchste Ingenieurkunst und Leistungsdaten
Auf einer schrägen Streckenlänge von rund 1.940 Metern bewältigt die neue Pendelbahn einen Höhenunterschied von etwa 739 Metern. Zwei Kabinen bieten Platz für jeweils 65 Personen, wobei eine der beiden Fahrspuren zusätzlich für den Lastentransport ausgelegt ist. Mit einer geplanten Förderleistung von rund 638 Personen pro Stunde und Richtung sorgt die Bahn künftig für einen sicheren und leistungsstarken Transport.
Präzise Vorbereitung und straffes Baufenster
Das Projekt zeichnet sich durch eine intensive Planungsphase für die bauliche Realisierung aus. Erste Vorplanungen und Variantenstudien starten bereits im Jahr 2020, gefolgt von detaillierten Berechnungen, Erkundungen und Planungsarbeiten in den Jahren 2024 und 2025.
Nach der Einstellung des Betriebs der alten Bahn am 15. März 2026 begann die schrittweise bauliche Umsetzung. Diese umfasst den Rückbau der Altanlage, die Einrichtung der Baustelle, die Herstellung neuer Fundamente sowie den Umbau der Tal- und Bergstation. Bereits am 14. Dezember 2026 soll die neue Walmendingerhornbahn voraussichtlich in Betrieb gehen. Um diesen engen Terminplan einzuhalten, arbeiten die Gewerke Bau, Spezialtiefbau, Hochbau, Vermessung, Seilbahntechnik, Elektrotechnik und Logistik eng zusammen.
Umfangreiche bauliche Eingriffe an Tal- und Bergstation
Eine der größten baulichen Herausforderungen besteht darin, die neue Technik weitgehen in die vorhandenen Bestandsgebäude zu integrieren. Hierfür wird die Talstation in den bestehenden Gebäudekomplex durch tiefgreifende Eingriffe in die Substanz integriert. Decken und Wände werden abschnittsweise rückgebaut, tragende Bauteile angepasst und bestehend Fundamente unterfange, während der vorhandene Spannschacht verfüllt wird.
Für die neue Seilbahntechnik entsteht ein Fundament mit Abmessungen von rund 15 Metern Länge, 8 Metern Breite und etwa 2 Metern Höhe. Dieses wird aufgrund der hohen Zug- und Druckkräfte auf doppelt korrosionsgeschützten Mikropfählen gegründet. Zur sicheren Errichtung dieses Fundaments erstellt der Holzbau vorab ein rückverankertes circa 8 x 5 Meter großes Arbeitspodest.
Neben der Montage von zwei neuen Seilbahnstützen auf der Strecke umfasst das Leistungsspektrum:
· Die Errichtung einer neuen Einhausung für die Seilbahntechnik
· Herstellung eines rund 15 Meter langen Seilbahnfundaments mit Gründung auf doppelt korrosionsgeschützten Mikropfählen
· Die Herstellung eines modernen Verschiebebahnsteigs
· Den Neubau einer zusätzlichen Holzhalle
· Die bauliche Integration aller neuen technischen Komponenten
Baustellenlogistik und Spezialtiefbau im alpinen Gelände
Die Lage der Baustelle auf knapp 1.940 Meter Seehöhe stellt Mensch und Material vor extreme Bedingungen. Wechselhafte Wetterverhältnisse, enge Ausführungsfristen und die schwierige Erreichbarkeit bestimmten den Bauprozess. Für Material und Geräte müssen eigens geschaffene Transportwege errichtet werden. Die Bergstation und die Schützenbereiche werden durch zwei temporäre Materialseilbahnen versorgt. Zusätzlich kommt Unterstützung aus der Luft zum Einsatz: Ein Transporthubschrauber des Typs „Super Puma“ führt essenzielle Materialflüge durch und ermöglicht so die reibungslose Montage der Seilbahnstützen.
Der Baugrund verlangt ebenfalls maßgeschneiderter Speziallösungen. Hochbelastbare Mikropfähle und Zuganker leiten die starken Kräfte zuverlässig in den Untergrund ab. Bei der gesamten Bauausführung müssen zudem alpine Naturgefahren wie Lawinen, Steinschläge und Rutschungen durchgehend berücksichtigt werden.
Projektprofil
· Projekt: Pendelbahn Walmendingerhornbach
· Lage: Kleinwalsertal, Vorarlberg
· Dauer: 2020 bis 2026
· Verantwortung: Österreich West │HTB-Baugesellschaft m.b.H. │ Garaventa AG
· Leistung: Einbau neuer Technik in größtenteils bestehende Bestandsgebäude │ korrosionsgeschützten Mikropfählen │ Seilbahntechnik
· Eigenschaften: 1.940 Meter Streckenlänge │ 739 Meter Höhenunterschied │ Förderleistung von 638 Personen pro Stunde │ 15 Meter langes Seilbahnfundament
