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Liechtensteinklamm: Faszinierende Ein- und Ausblicke in den Bergen

19.10.2020, Lesezeit 5 Minuten
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Drei Jahre nach dem großen Felssturz und nach Abschluss komplexer Sanierungsarbeiten konnte das Naturspektakel im Salzburger Pongau wiedereröffnet werden. Das SWIETELSKY-Tochterunternehmen HTB spielte dabei eine führende Rolle.

Die Liechtensteinklamm ist eine der längsten, tiefsten und beeindruckendsten Schluchten in den Alpen. Das mächtige Rauschen des Wasserfalles, die moosbewachsenen Steine in sattem Grün, eine sagenumwobene Atmosphäre und Sonnenstrahlen, die im feinen Wasserstaub einen Regenbogen entstehen lassen – das einzigartige Naturschauspiel im Salzburger Land ist bekannt für einen unvergesslichen Ausflug der besonderen Art und bietet ein Erlebnis für die ganze Familie.

Die tosenden Wasserfälle und die reißenden Wassermassen haben sich über Jahrtausende immer tiefer in den Berg geschnitten und eine Schlucht entstehen lassen. Die Felsen sind stellenweise so eng und hoch, dass der Himmel nur mehr als kleiner Streifen zu erkennen ist. Wenn zur Mittagszeit die Sonne zwischen die Felswände auf den feinen, staubartigen Sprühregen des Schleierfalls leuchtet, bietet sich dem Besucher ein zauberhaftes Bild in Regenbogenfarben.

Bereits 1875 faszinierte dieses alpine Naturschauspiel die Menschen so sehr, dass die Schlucht, durch eine Spende von Fürst Liechtenstein für die breite Öffentlichkeit mit Brücken und Stegen als Sommerausflugsziel zugänglich gemacht wurde. Inzwischen haben über zehn Millionen Menschen aus aller Welt die sagenumwobene Liechtensteinklamm besucht. Kaum ein Besucher, der nicht fasziniert ist von dem gewaltigen Eindruck und dem fast geisterhaft anmutenden Licht- und Schattenspiel in der Tiefe und Enge der Klamm.

Nach umfangreichen Baumaßnahmen ist die Liechtensteinklamm nach dem Felssturz im Mai 2017 wieder geöffnet. Imposant, spektakulär, beeindruckend – das sind nur einige der Eigenschaften, die auf die Liechtensteinklamm und die neuen Attraktionen zutreffen. Außergewöhnlich, herausfordernd, arbeits- und zeitintensiv beschreiben die getroffenen Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie die damit verbundene Aufwertung des Naturdenkmals. Ein völlig neues Klammerlebnis erwartet die Besucher seit Juni 2020, so zum Beispiel die Wendeltreppe „Helix“. Die imposant angelegte Treppenanlage – ausgeführt als Wendeltreppe aus Cortenstahl – ragt bis zu dreißig Meter in die Tiefe, wo Besucher atemberaubende Eindrücke des Naturschauspiels erleben können.

Für die umfangreichen Sanierungsarbeiten engagierte die Stadtgemeinde St. Johann im Pongau die HTB-Niederlassung in Fusch an der Großglocknerstraße. Die Spezialisten des SWIETELSKY- Tochterunternehmens verfügen über jahrzehntelange Erfahrung im Hochgebirgs- und Spezialtiefbau, bei Hängebrücken und Erlebnissteigen sowie im Holzbau. Damit waren sie bestens gerüstet für die Errichtung der Wendeltreppe Helix und von sechzig Steinschlagnetzen (in ARGE) mit einer Gesamtlänge von 1100 Metern. Sämtliche Bauwerke und Sicherheitsschutznetze mussten mittels Hubschrauber in die Klamm eingeflogen werden. Rund 7000 Flugminuten und hohe Präzision waren notwendig, um die teils tonnenschweren Baumaterialien zu transportieren. Auch die umfangreiche Felsberäumung an den teils überhängenden und bis zu 200 Meter hohen Felswänden konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Für Sicherheit sorgt zusätzlich ein Monitoringsystem, das Felsbewegungen im Millimeterbereich überwacht.

 

INTERVIEW:

GF Dipl.-Ing. Kurt Neuschmid, HTB Baugesellschaft m.b.H.

Was qualifiziert die HTB für ein Bauprojekt wie jenes in der Liechtensteinklamm?

Wir haben uns über viele Jahre den Ruf eines Problemlösers bei Herausforderungen in schwierigem Gelände erworben. Immer wenn es spezifisches technisches Know-how, besondere Flexibilität und innovative Ideen braucht, können sich unsere Kunden auf die HTB verlassen. Sonderlösungen, eigene Patente und an jede Anforderung angepasste kurzfristige sowie termingerechte Ausführungen bestimmen den Erfolg des Unternehmens. Bautätigkeiten in schwierigem Gelände oder sogar im Hochgebirge gelten als besonders gefährlich.

Welche Voraussetzungen müssen für eine sichere Durchführung gegeben sein?

Bauen im Hochgebirge stellt die höchsten Anforderungen an Mensch und Maschine. Jeder Materialtransport wird zur organisatorischen Meisterleistung mit komplexer Logistik. Die Faktoren Wind, Wetter und Gelände sind Unbekannte, an die es sich ständig anzupassen gilt. Nur Fachleute mit entsprechendem Training und spezieller Ausrüstung sowie teilweise eigens entwickelten Geräten können diese Anforderungen erfüllen.

Welche Bedeutung hat Ihre Bautätigkeit für den Tourismus?

Neben dem Skibetrieb hat sich im alpinen Raum vor allem der Berg- und Wandertourismus erheblich entwickelt. Um dem Gast die eindrucksvollen Landschaften, die faszinierende Natur und die geografischen Besonderheiten nahezubringen, stellen sich immer neue Aufgaben für eine nachhaltige Erschließung der Umwelt. Die HTB verfügt diesbezüglich über langjährige Erfahrung in Österreich und im Ausland. Wir errichten beispielsweise Hängebrücken, Steige, Wanderwege und Erlebnisbauwerke und zählen mittlerweile zu den führenden Unternehmen in diesem Bereich.

Die HTB stammt aus Tirol und ist mittlerweile überregional sehr erfolgreich. Wie machen Sie das?

Wir sind in vielen Regionen tief verwurzelt, so auch in Salzburg mit der Niederlassung in Fusch an der Großglocknerstraße. Mit regionalem Personal erzeugen wir regionale Wertschöpfung und haben uns über Referenzprojekte einen guten Namen aufgebaut.

 Mag. Clemens Kukacka

Redaktion

Mag. Clemens Kukacka

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 Dipl.-Ing.  Stefan Rainer

Reportage

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