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Das Dorf in der Stadt

23.02.2021, Lesezeit 6 Minuten
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Zeitgemäßer Wohnbau lichtet den Großstadtdschungel und macht aus dem Moloch der Millionenstadt eine Vielzahl urbaner Dörfer.

In der Wiener Leopoldstadt kennt man die Nachbarn und hat vom Kaffeehaus bis zur Kinderbetreuung und vom Fitnesscenter bis zum Nahversorger das tägliche Leben in Gehweite. Im vertikalen Dorf des Marina Towers sind sogar noch U-Bahnstation (U2 Donaumarina), Autobahnanbindung (A23 Südosttangente) und Donauhafen (Marina Wien) inklusive. Mehr als 500 Eigentumswohnungen wird die Wohnwelt umfassen, wenn sie in etwa einem Jahr fertiggestellt sein wird. Aus allen Geschoßen – der „High Rise“ mit 140 Metern Höhe wird 41, der „Low Rise“ zehn Etagen haben – fällt der Blick ungehindert und unverbaubar über die Donau in Richtung Sonnenaufgang. Besonders von der Dachterrasse des kleineren Towers, auf der sich auch ein Kinderspielplatz befindet, ist die Aussicht beeindruckend. Umlaufende Loggien, Balkone und Terrassen machen die Wohntürme von innen wie von außen zu einer lebendigen, unregelmäßig strukturierten Landschaft.

Regionales Biotop und urbane Akzente

Und dabei hat man das Gefühl, mitten im Grünen zu wohnen: Über das Marina Deck – eine großzügige Überplattung des Handelskais und der Donauländebahn – gelangt man mit wenigen Schritten zur Marina Wien, den beiden Yachthäfen und zur Uferpromenade am rechten Donauufer. Nach Westen erhebt sich die City mit dem markanten Stephansdom hinter dem grünen Prater. In den Sockelgeschoßen runden ein Fitnesscenter, Shoppingmöglichkeiten, ein Ärztezentrum, eine Apotheke, ein Café und ein Kindergarten das dörfliche Biotop mitten in der Großstadt ab. Urbane Akzente setzen ein Carsharingsystem, Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes sowie eine Tiefgarage. Gemeinsam mit zahlreichen Dienstleistungsangeboten wie beispielsweise einem Concierge-Service bieten die Towers ihren Bewohnern einen hotelähnlichen Wohnkomfort. Die Namensgebung erinnert wohl nicht zufällig an die legendären Marina City Towers, die Anfang der sechziger Jahre in Chicago errichtet wurden und das Stadtbild dort bis heute prägen. Architekt Bertrand Goldberg schuf eine kleine Stadt, um den dort arbeitenden Menschen zu ersparen, in die Vororte hinausziehen zu müssen. Das ist gelungen: Die Anlage ist nach wie vor heiß begehrt, einige Bewohner leben seit ihrer Errichtung hier, manche sind innerhalb des 900 Wohnungen umfassenden Komplexes schon mehrfach umgezogen.

Ein Geschoß in weniger als zwei Wochen

Das moderne Wohnbauprojekt in Wien schafft aber nicht nur Lebensraum für die künftigen Marina- Nachbarn, sondern verändert auch die Stadt: Die ungleich hohen Türme und das Marina Deck sind eine neue Landmarke an der Donau und verbinden die Waterfront mit der Stadt. Das bei Hochhauskonstruktionen übliche Windschild dient nicht nur als Wetterschutz und Sicherheitsbarriere, sondern ist gleichzeitig die Montageplattform für die anspruchsvolle Außenfassade. Durch die Kombination aus Vorfertigung und Ortbetonbauweise wächst ein Geschoß mittlerweile in weniger als zwei Wochen in die Höhe. Im Windschatten des Rohbaus muss die Hülle des Hochhauses mitwachsen: Der Zeitraum zwischen Rohbau und Fassade ist so komprimiert, dass alle Fassadengewerke perfekt funktionieren müssen. Erst ein ausgeklügeltes und von der Bauleitung gemeinsam entwickeltes Entwässerungssystem macht es möglich, auch den Innenausbau im direkten Nachlauf von Rohbau und Fassade mitzuziehen. Projektleiter Danijel Krajina ist stolz auf die Fortschritte: „Die hervorragende Arbeitsvorbereitung der vergangenen eineinhalb Jahre macht sich in der aktuellen Phase täglich bemerkbar. Durch die Optimierung jedes einzelnen Prozesses und die Automatisierung der Handgriffe aller Monteure und Facharbeiter kann die Umsetzung bei einem solchen Hochhausprojekt weiter perfektioniert werden.“

 

BUWOG-Geschäftsführer Andreas Holler im Interview:

„Urbaner Wohnraum muss sich an Bedürfnissen der Menschen orientieren“

Herr Holler, welche Ziele verfolgen Sie mit dem Marina Tower?

Gemeinsam mit IES Immobilien möchten wir auf sehr reduzierter Grundfläche möglichst viel hochwertigen Wohnraum entwickeln. Die Lage direkt am Donauufer und die Möglichkeit, hier in die Höhe zu bauen und damit grandiose Ausblicke über Wien zu schaffen, sind beim Marina Tower ganz wesentliche Assets. Hinzu kommen die qualitativ hochwertige Ausstattung sowie das Service, das wir hier bieten möchten – all das unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten. Ziel ist, wie immer, wenn die BUWOG dabei ist, dass die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner hier getreu unseres Credos glücklich wohnen.

Können Wohnprojekte durch Inhouseservices und -infrastruktur mitten in der Großstadt einen beinahe dörflichen Charakter entwickeln?

Ich bin davon überzeugt, dass das funktionieren kann! Etwas, das wir sehr stark in Ballungsräumen wie Wien beobachten, ist, dass die steigende Anonymität, die mit einer so hohen Einwohnerzahl einhergeht, irgendwann eine Grenze erreicht und die Menschen sich wieder nach mehr Bezug zu ihrem Umfeld sehnen. Wir möchten diese Nähe innerhalb einer Nachbarschaft fördern und Möglichkeiten bieten, sich zu begegnen, sich kennenzulernen. Das gelingt unter anderem durch die Schaffung vielfältiger Gemeinschaftsflächen und -räume sowie einer Infrastruktur, die den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner entgegenkommt.

Wie viele geeignete Flächen für derartige Projekte gibt es noch in Wien?

Wien verfügt, abhängig davon, welchen Bezirk man sich ansieht, durchaus noch über großes Entwicklungspotenzial. Aktuelle Stadtentwicklungsgebiete wie der Nordbahnhof, The Marks oder die Seestadt Aspern belegen das. Hier wird sich also in den nächsten Jahren noch so einiges tun.

Der Trend zum Homeoffice würde die Situation der Büroimmobilien grundlegend verändern, heißt es. Viele Menschen würden dem Großstadtgedränge entfliehen. Verliert der urbane Raum an Attraktivität?

Das würde ich so nicht sagen. In den vergangenen Monaten wurde deutlich, wie viel Bedeutung beispielsweise privaten Freiflächen wie einem Balkon oder Ähnlichem zukommt. Derartige Umsetzungen sind bei unseren Projekten längst eine Selbstverständlichkeit. Für Wohnraumschaffende gilt es, sich immer an den Bedürfnissen der Menschen zu orientieren und vorausschauend zu planen – wenn das gelingt, bleibt auch urbaner Wohnraum attraktiv.

Die Wohnungspreise im Marina Tower sind dem Angebot – vom Concierge-Service bis zum Carsharing – und der Lage entsprechend gehoben. Wie schaut der Vorverkauf aus?

Ausgesprochen gut! Aktuell konnten bereits rund sechzig Prozent der Wohnungen verwertet werden.

Die Fassadengestaltung ist auffällig und lässt viel Leben auf Balkonen und Terrassen über alle Stockwerke zu. Wird der Marina Tower eine neue grüne Landmark an der Donau?

Unabhängig davon, wie die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner ihre privaten Freiflächen nutzen und gestalten, der Marina Tower kann durchaus als grüne Landmark bezeichnet werden. Immerhin haben wir schon bei der Planung des Projekts umfassende Maßnahmen im Sinne von Nachhaltigkeit und Klimaschutz mitgedacht, die sowohl während der Bauphase als auch im Zuge der späteren Bewirtschaftung zum Tragen kommen. Unser Engagement in diesem Bereich wurde bereits mit Auszeichnungen von klimaaktiv und ÖGNI (Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft) anerkannt. Sie reichen vom zertifizierten Produkt- und Chemikalienmanagement über Gebäudebegrünungen bis hin zu einem nachhaltigen Mobilitätskonzept. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren nach Fertigstellung des Projekts zusätzlich von der hohen Energieeffizienz des Gebäudes und der erstklassigen Qualität der eingesetzten Baustoffe und Bauprodukte.

ZAHLENSPIELE
  • Nettonutzfläche: ca. 45 000 m²
  • Bruttogeschoßfläche: ca. 73 300 m²
  • Umbauter Raum: ca. 253 500 m²
  • Baubeginn: August 2018
  • Bauende: 1. Halbjahr 2022
  • Einheiten: 521 Wohneinheiten
  • Tiefgaragenparkplätze: 95
  • Betonkubatur: 42 000 m³
  Peter  Schöndorfer

Redaktion

Peter Schöndorfer

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