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Eine Gelegenheit am Schopf gepackt

19.10.2020, Lesezeit 3 Minuten
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Das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf ist in seiner Region Herzstück der Gesundheitsversorgung und Wirtschaftsmotor. Für SWIETELSKY ist es der Ursprung einer erfolgreichen Expansion im Weinviertel.

Spitäler kosten viel Geld und belasten die Budgets der Bundesländer. Gerade Regionalkrankenhäuser sind aber ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, wie eine Studie der Johannes Kepler Universität belegt. Dazu der Linzer Ökonom Friedrich Schneider: „Es fließen ungefähr achtzig Prozent des Gesamtaufwandes wieder zurück. Zudem wird ein Krankenhaus wohl ganz selten zugesperrt. Es stabilisiert die Region.“

Schwerpunktkrankenhäuser sind daher besonders in traditionell strukturschwachen Regionen gebraucht. Das gilt auch für das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf im niederösterreichischen Waldviertel. Im Jahr 1909 wurde das Bezirkskrankenhaus für Chirurgie und Innere Medizin in Mistelbach eingeweiht und eröffnet. Bis in die Gegenwart folgten immer wieder Erweiterungsbauten, die entweder der Bedarfsabdeckung dienten oder der Erweiterung des medizinischen Angebots. Im Jahr 2011 wurde mit substanziellen Umbauarbeiten begonnen, die mit Teileröffnungen von drei Blöcken im Februar 2019 fertiggestellt wurden. Mehr als 220 Millionen Euro wurden insgesamt investiert. 25 500 m2 wurden neu gebaut, rund 30 000 m2 saniert. 550 Betten hat das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf heute, rund 1500 qualifizierte Mitarbeiter sind beschäftigt. Damit ist es auch der größte Arbeitgeber für hochqualifizierte Berufe in der gesamten Region und deren bedeutendster Wirtschaftsmotor.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bezeichneteanlässlich der Fertigstellung der Baumaßnahmen im Jahr 2019 das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf als „Herzstück der Gesundheitsversorgung der entsprechenden Bezirke und des gesamten Weinviertels“. SWIETELSKY darf daher zu recht stolz auf dieses einzigartige Referenzprojekt sein. Dass es zu dem Auftrag gekommen ist, schuldet man nicht nur der Kompetenz und Flexibilität der Mitarbeiter, sondern auch einer gewissen Fügung des Schicksals – einer Chance, die man zum richtigen Zeitpunkt beim sprichwörtlichen Schopf gepackt hat.

Ursprünglich hatte der Baukonzern Alpine im Jahr 2010 den Gesamtauftrag in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit der VAMED erhalten. Nach der Insolvenz von Alpine im Jahr 2013 sprang SWIETELSKY als Auftragnehmer der VAMED ein. Damit sicherte man einerseits die Arbeitsplätze der ursprünglichen Alpine-Mitarbeiter vor Ort und andererseits die reibungslose Fortsetzung der Projektarbeiten im Sinne des Auftraggebers. Dazu SWIETELSKY-Vorstandsvorsitzender Karl Weidlinger: „Es ist uns gelungen, sehr kurzfristig im Zuge der Ereignisse der Alpine-Insolvenz eine Win-Win-Win-Situation für den Auftraggeber, die Mitarbeiter in der Region und SWIETELSKY herzustellen.“ Unter ständiger und weitgehend ungestörter Aufrechterhaltung des Betriebes errichtete man ein rundum modernisiertes und erweitertes Landesklinikum. Das Projekt mit einem Auftragsvolumen von rund achtzig Millionen Euro erstreckte sich über drei Bauabschnitte und acht Jahre. Diese Zeit nützte SWIETELSKY, um das Hochbaugeschäft in der Region sukzessive auszubauen. Letztlich entstand daraus die 2020 restrukturierte Filiale „Hochbau NÖ und Bgld.“. Deren Filialleiter Martin Diesner steuerte von Beginn an das Bauprojekt Landesklinikum.

Bauabschnitt 1 begann im Jahr 2011 und beinhaltete den Abbruch zahlreicher Bestandsgebäude inner- und außerhalb des Krankenhausareals, zudem die Errichtung eines Parkdecks mit 344 Stellplätzen und umfangreiche Medienumlegungen. Ab Jänner 2012 wurde der direkt an den Bestand angrenzende Neubau „Haus A“ mit rund 30 000 m2 Bruttogeschossfläche auf insgesamt acht Geschossen errichtet. Bauabschnitt 2 umfasste Verbesserungsmaßnahmen der Bestandshäuser in funktionaler Hinsicht, wobei diese von leichten Umbauarbeiten bis zur kompletten Entkernung und zu Eingriffen in die Tragstruktur der Gebäude reichten. Der Bauabschnitt 3 beinhaltete die Umsetzung technischer Instandsetzungs- und Energieeffizienzmaßnahmen.

Im Rahmen des Projektes wurde auch das Erschließungskonzept für Patienten und Besucher von Grund auf erneuert. Dabei wurden Zufahrtsstraßen und großzügige Parkanlagen als Erholungsbereiche auf einer Gesamtfläche von rund 20 000 m2 errichtet beziehungsweise umgestaltet.

 Mag. Clemens Kukacka

Redaktion

Mag. Clemens Kukacka

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