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Asphalteinbau am Zugspitzgipfel

25.03.2022, Lesezeit 4 Minuten
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SWIETELSKY hat auf der Zugspitze – 2962 Meter über dem Meeresspiegel – die Terrasse des „Münchner Hauses“ asphaltiert.

Im Herbst letzten Jahres wurden Bergtouristen Zeugen eines außergewöhnlichen Ereignisses: Immer wieder flogen Hubschrauber auf das Gipfelplateau der Zugspitze. Nicht aber zur Bergrettung, sondern um im Minutentakt für die Sanierung des Münchner Hauses, einer Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV), Baumaterialien hinaufzubefördern. Genauer gesagt, für den Neubau der weitläufigen Terrasse, wo normalerweise die Gäste in Deutschlands höchstgelegenem Biergarten bewirtet werden. Dieser ist überraschend hoch frequentiert: Bis zu 4000 Menschen besuchen in der Hochsaison mit der Seil- oder Zahnradbahn den Gipfel, dazu kommen oft noch Hunderte Bergsteiger.

Nach intensiver Vorplanung hat das SWIETELSKY-Tirol-Team die Arbeiten vergangenen September innerhalb von nur zwei Tagen durchgeführt: Zwei Hubschrauber transportierten dabei pro Flug zwischen 700 und 1000 Kilogramm Asphalt in Betonkübeln zur Baustelle. Insgesamt waren 115 Flüge notwendig. Auch eine Walze zum Verdichten des Asphalts kam auf den knapp 3000 Metern zum Einsatz. „Aufgrund der Flughöhe musste sie dafür eigens zerlegt und auf der Terrasse wieder zusammengebaut werden“, schildert Bauleiter Andreas Berkmann. Neben der Höhenlage haben vor allem die Wetterbedingungen eine besondere Herausforderung dargestellt.

Appell an Bergsteiger

Die Arbeiten bedingten besondere Vorsichtsmaßnahmen – denn während des Umbaus war keine Übernachtung auf der Hütte möglich. Hüttenwirt Hansjörg Barth hat die Bergsteiger deshalb ausdrücklich gebeten, ihre Touren so zu planen, dass sie die letzte Bahn ins Tal erreichen: Herbstliche Wetterumschwünge auf 3000 Metern Höhe mit eiskalten Nächten galt es unbedingt zu vermeiden. Im besten Fall sollten die Bauarbeiten bereits zum 1. Juli erledigt sein. Doch da spielte das Wetter nicht mit. Zuerst der lange Winter, mal regnet es, mal schneit es, dann kommen Gewitter. Erst im September konnten die Arbeiter loslegen. Seit einigen Jahren schon beschäftigt den DAV das Projekt: Der Boden der 1982 errichteten Terrasse sei komplett kaputt gewesen. Der Belag war undicht geworden, dadurch drang auch in die beiden Schlafräume darunter Wasser ein. Die Gefahr, dass sich Schimmel bildet, war zu groß, weshalb die Räume ebenfalls saniert werden mussten.

Barrierefreie Terrasse

Das 1897 errichtete Haus steht unter Denkmalschutz. Im Gastraum musste somit alles bleiben, wie es war. Der neue Boden auf der Terrasse wird wohl nicht jedem der Tausenden Besucher auffallen, einer Gruppe aber sicher: Gästen im Rollstuhl. Die Zugspitze, sagt Barth, wurde so erschlossen, damit mittlerweile jeder – egal welchen Alters, ob mit oder ohne Behinderung – die unvergessliche Aussicht vom höchsten Punkt Deutschlands genießen kann. Dies war aufgrund des brüchigen Bodenbelags zuvor längst nicht mehr der Fall und hat sich mit der neuen Terrasse nun geändert.

Technische Daten:
  • Mischsorte: AC 16 Tragschicht 70/100 T1, G4 12cm, AC 8 Deckschicht 70/100 A1, G3 3cm
  • Asphaltierte Fläche 225 m²
  • Fläche zu 90 % quadratisch, Rest verwinkelt
  • 2-lagiger Einbau
  • Verladetemperatur normal ca. 160°, Zugspitze ca. 175°
  • 2 Hubschrauber, 115 Rotationen (Flüge)
  Albert Nagy

Redaktion

Albert Nagy

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